Gesetzliche Vorgaben: Was die UVV vorschreibt
Die Unfallverhütungsvorschrift (DGUV Vorschrift 23) verlangt im Wachdienst festes und geschlossenes Schuhwerk. Je nach konkretem Einsatzort müssen diese Schuhe als persönliche Schutzausrüstung zertifiziert sein.
Im Sicherheitsdienst bist du den unterschiedlichsten Gefahren ausgesetzt, und genau hier greifen die Unfallverhütungsvorschriften (UVV). Die zentrale Grundlage bildet die DGUV Vorschrift 23 (Wach- und Sicherungsdienste). Sie gibt unmissverständlich vor, dass das Tragen von festem, geschlossenem Schuhwerk während des Dienstes absolute Pflicht ist. Sneakers, Stoffschuhe oder gar Sandalen sind ein absolutes No-Go und können bei einem Arbeitsunfall zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.
Doch was genau bedeutet "festes Schuhwerk" in der Praxis? Der Schuh muss deinem Fuß ausreichend Halt geben, die Ferse umschließen und eine rutschfeste Sohle aufweisen. Ob einfache Berufsschuhe ausreichen oder ob zertifizierte Sicherheitsschuhe als Persönliche Schutzausrüstung (PSA) getragen werden müssen, hängt von der sogenannten Gefährdungsbeurteilung ab. Diese muss dein Arbeitgeber für jedes Objekt und jeden Einsatzort individuell erstellen.
Arbeitest du beispielsweise im ruhigen Pfortendienst eines Bürogebäudes, sind die Anforderungen geringer als bei Patrouillengängen auf unbeleuchteten Industriegeländen. Viele angehende Sicherheitskräfte, die ihre §34a Sachkundeprüfung in Berlin absolvieren und anschließend im anspruchsvollen Objektschutz der Hauptstadt starten, stellen schnell fest, dass Arbeitgeber hier sehr strenge Maßstäbe an die Ausrüstung legen. Gibt die Gefährdungsbeurteilung spezielle PSA vor, muss der Arbeitgeber diese Schuhe in der Regel stellen oder zumindest stark bezuschussen. Achte also stets darauf, dass deine Schuhe nicht nur optisch zur Uniform passen, sondern primär den schriftlichen Vorgaben deines Einsatzortes entsprechen.
Schutzklassen erklärt: S3, O2 oder doch Stahlkappe?
Für Baustellen oder Industrieanlagen ist die Klasse S3 mit Zehenschutzkappe und Durchtrittschutz oft Pflicht. Im normalen Objektschutz reichen meist bequeme Berufsschuhe der Klassen O2 oder O3 völlig aus.
Wenn du auf der Suche nach den richtigen Einsatzschuhen bist, stolperst du unweigerlich über verschiedene Buchstaben und Zahlenkombinationen. Grundsätzlich unterscheidet man im Sicherheitsgewerbe zwischen Sicherheitsschuhen (S-Klassen) und Berufsschuhen (O-Klassen nach EN ISO 20347).
Sicherheitsschuhe verfügen immer über eine Zehenschutzkappe, die einer Belastung von 200 Joule standhält. Die bekannteste und im Security-Bereich am häufigsten geforderte Klasse ist hierbei S3. Ein S3-Schuh bietet neben der Zehenschutzkappe auch eine durchtrittsichere Sohle und ist wasserabweisend. Wenn du beispielsweise im Baustellenschutz arbeitest – einem Bereich, der für viele Absolventen nach der §34a Sachkundeprüfung in München aufgrund der dortigen Bauprojekte sehr lukrativ ist –, kommst du an S3-Schuhen nicht vorbei. Sie schützen dich vor herumliegenden Nägeln und herabfallenden Baumaterialien. Wichtig zu wissen: Die klassische "Stahlkappe" wird heute oft durch leichtere Verbundwerkstoffe (Composite) oder Aluminium ersetzt. Das spart Gewicht und löst bei Einlasskontrollen mit Metalldetektoren keinen Alarm aus.
Berufsschuhe der O-Klassen besitzen hingegen keine Zehenschutzkappe. Sie sehen oft aus wie sportliche Einsatzstiefel oder klassische Halbschuhe. Die Klasse O2 ist wasserabweisend und antistatisch, während O3 zusätzlich über einen Durchtrittschutz verfügt (meist eine flexible Kevlar-Einlage). Für den normalen Objektschutz, den Revierdienst in Wohngebieten oder den Dienst im Einkaufszentrum sind O2- oder O3-Schuhe meist die beste Wahl. Sie erfüllen die UVV-Vorgaben für festes Schuhwerk, bieten aber eine deutlich bessere Abrollbewegung und sind spürbar leichter als schwere S3-Stiefel.
Ergonomie und Komfort für lange Schichten
Ein gutes Fußbett und eine dämpfende Zwischensohle reduzieren die Ermüdung bei langen Einsätzen enorm. Achte zudem auf ein geringes Eigengewicht der Einsatzschuhe, um deine Gelenke aktiv zu schonen.
Ein 12-Stunden-Dienst verlangt nicht nur dir, sondern auch deinen Füßen alles ab. Wer an der Qualität seiner Schuhe spart, zahlt dies oft mit Rückenschmerzen, Knieproblemen und schmerzhaften Blasen. Ergonomie ist bei Security-Schuhen daher kein Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit für deine langfristige Gesundheit.
Der wichtigste Faktor für den Komfort ist die Dämpfung. Eine hochwertige Zwischensohle, meist aus Polyurethan (PU) oder EVA-Schaum, absorbiert die Stöße beim Gehen auf hartem Asphalt oder Betonböden. Das entlastet deine Gelenke und die Wirbelsäule bei jedem Schritt. Ebenso entscheidend ist das Eigengewicht des Schuhs. Jedes Gramm, das du weniger an den Füßen trägst, verzögert die Ermüdung deiner Beinmuskulatur. Leichte Materialien und metallfreie Zehenschutzkappen sind hier ein großer Vorteil.
Achte zudem auf das Fußbett und die Passform. Füße schwellen im Laufe einer langen Schicht an, weshalb du deine Einsatzschuhe idealerweise am späten Nachmittag anprobieren solltest. Besonders bei weitläufigen Patrouillengängen – etwa im Bereich der Hafensicherheit, in den viele nach ihrer §34a Sachkundeprüfung in Hamburg einsteigen – macht sich eine optimale Passform ohne Druckstellen bezahlt. Ein atmungsaktives Innenfutter oder eine Membran (wie Gore-Tex) sorgen zudem dafür, dass Schweiß nach außen abtransportiert wird, während Nässe von außen nicht eindringen kann. Falls du orthopädische Einlagen benötigst, stelle unbedingt sicher, dass deine Einsatzschuhe nach DGUV Regel 112-191 dafür zertifiziert sind, da ansonsten die Schutzzulassung des Schuhs erlischt.
Pflege und Haltbarkeit deiner Security-Schuhe
Regelmäßiges Imprägnieren und das sofortige Entfernen von Schmutz verlängern die Lebensdauer der Materialien erheblich. Gönne deinen Schuhen nach jeder Schicht ausreichend Zeit zum Auslüften und Trocknen.
Hochwertige Einsatzschuhe sind eine Investition in deinen Arbeitsalltag, die sich durch die richtige Pflege über viele Jahre auszahlen kann. Schmutz, Nässe, Streusalz im Winter und der eigene Fußschweiß greifen die Materialien bei täglicher Nutzung extrem an.
Der erste Schritt zur Langlebigkeit ist die regelmäßige Reinigung. Grober Schmutz und Schlamm sollten direkt nach der Schicht mit einer weichen Bürste entfernt werden. Bei hartnäckigen Verschmutzungen reicht meist lauwarmes Wasser. Vermeide aggressive Reinigungsmittel, da diese das Leder oder die Membranen zerstören. Nach der Reinigung ist das Trocknen entscheidend. Stelle deine Schuhe niemals direkt auf oder unter die Heizung. Durch die starke Hitze wird Leder schnell brüchig und reißt, während sich Verklebungen lösen können. Besser ist es, die Schuhe mit Zeitungspapier auszustopfen oder Schuhspanner aus Zedernholz zu verwenden und sie bei Zimmertemperatur trocknen zu lassen.
Da ein Schuh bis zu 24 Stunden braucht, um den aufgenommenen Schweiß vollständig ausdünsten zu lassen, empfiehlt sich im Vollzeitdienst zwingend ein zweites Paar zum Wechseln. Dies ist besonders an sicherheitssensiblen Orten mit intensiver Laufleistung, wie der Flughafensicherheit nach einer erfolgreichen §34a Sachkundeprüfung in Frankfurt am Main, gängige Praxis.
Zuletzt solltest du das Material regelmäßig nähren und imprägnieren. Nutze für Glattleder passende Schuhcreme oder Wachs, um es geschmeidig zu halten. Bei textilen Elementen oder Wildleder frischt ein Imprägnierspray den wasserabweisenden Effekt wieder auf. Kontrolliere bei der Pflege auch gleich die Sohle: Ist das Profil stark abgelaufen, verliert der Schuh seine rutschhemmende Wirkung und muss aus Sicherheitsgründen ersetzt werden.
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